Joh. 16, 8-11.
Und wenn derselbe kommt, der wird die Welt strafen, um die Sünde und um die Gerechtigkeit, und um das Gericht. Um die Sünde, dass sie nicht glauben an mich. Um die Gerechtigkeit aber, dass ich zum Vater gehe, und ihr mich hinfort nicht seht. Um das Gericht, dass der Fürst dieser Welt gerichtet ist.
Für Viele ist Pfingsten nichts anderes als ein Fest in der schönen Natur. Es ist der Tag, wo man feiert, wie sonst die Israeliten, die zu ihren Götzen und unter die Heiden gingen. Das heißt aus dem heiligen Geist den Schutzgeist der Wälder und des Grünen, oder den der ländlichen Vergnügungen machen. Andere stellen sich unter dem heiligen Geist vor den Geist der großen Eingebungen, den Geist der religiösen Begeisterung, den Geist, der den Dichter, den Redner, den Patrioten belebt, wenn sie in Schwung geraten, oder das Feuer der Rede sie hinreißt. Noch Andere lesen die Pfingstwunder und denken dabei immer an die außerordentlichen Zeichen, an das Gebrause, das dabei vom Himmel kam, an die feurigen Zungen, welche sich auf die Apostel setzten, oder an das plötzliche Erlernen aller der fremden Zungen. Wieder für Andere ist der heilige Geist der Geist der moralischen Besserung: ein Mensch, der täglich sich etwas bessert und also einen erträglichen Fortschritt erlangt, würde demnach zeigen, dass er den heiligen Geist empfangen habe. Endlich und hauptsächlich in unseren Tagen macht man aus dem heiligen Geist den Geist des allgemeinen Fortschritts. Er ist der Geist der Menge, sobald diese Menge übereinstimmend ist. Was es auch sei, worin die Völker übereinkommen, so ist die Stimme des Volkes die Stimme Gottes; dieses heidnische Sprichwort macht aufs Neue Glück. Ob ein solcher Geist sich verändere, ist gleichviel; man wird diese verschiedenen Veränderungen zusammennehmen, aus allen diesen Tropfen einen Strom machen, diesen Strom über Länder und Jahrhunderte hinleiten und den heilige Geist verstanden haben. Das sind die Pfingsten der Welt; es ist gut auch sie erkannt zu haben, ehe man die wahrhaftigen kennen lernt. Wir wollen jedoch aus diesem Gewirre heraustreten, und etwas heller sehen. Wir wollen die Schrift zu Rate ziehen und nicht aus uns selbst sprechen. Es ist wahr, es handelt sich von verschiedenen außerordentlichen Zeichen, welche das erste apostolische Pfingsten begleiteten. Aber diese Zeichen sind nicht der heilige Geist selbst, so wenig als die Glocken, die läuten, die Predigt selber sind. Diese Zeichen bekundeten nur das Herabkommen des heiligen Geistes und den Augenblick seiner Erscheinung; seither erscheinen diese Zeichen nicht wieder, denn sie sind nicht mehr nötig. Die Handlung des heiligen Geistes ist ein geistiges Werk: Der Geist macht aus dem alten Menschen eine neue Kreatur. Wir sind glücklich, dass wir in der Schrift solch deutliche Zeichen finden, welche uns die Kraft des heilige Geistes zeigen, Wir hätten eine ganze Liste von Stellen, wenn wir sie alle anführen wollten; wir wollen uns nur an einer aufhalten, welche ein Wort Jesu Christi ist.
Der Heiland lässt uns den heiligen Geist an drei unfehlbaren Zeichen erkennen. Diese drei Züge werden uns beschäftigen und den Gegenstand unserer Betrachtung abgeben. Keine menschliche Kraft konnte diese drei Wirkungen hervorbringen. Jeder prüfe sich, ob diese drei Tatsachen in ihm vorgegangen sind; und wie der Wind nicht umsonst weht, um die Natur zu beleben, so haben wir die Verheißung, dass, wenn wir, die wir arg sind, unsern Kindern gute Gaben geben können, wie viel mehr der himmlische Vater den heilige Geist geben wird denen, die ihn darum bitten.
1) „Und wenn derselbe kommt;“ der Heiland spricht vom heiligen Geist, der wird die Welt strafen um die Sünde, und um die Gerechtigkeit, und um das Gericht. Drei Strafen, drei Erweisungen gibt der heilige Geist, welche kein anderer Geist geben wird. Erstens: Er wird die Sünde strafen. Was heißt es, die Sünde strafen, oder genau übersetzt, der Sünde überführen? Es heißt mehr, als Einem nur zeigen, dass er Unrecht hat; mehr als Einen zurecht weisen, bis er auf deine Gründe eingeht. Du hättest nichts gewonnen mit deinen mathematischen Beweisen, deiner menschlichen Beredsamkeit, deinen Tränen. Um die Sünde strafen, heißt: das Gewissen bloß legen. Tus, wenn du's kannst. Mach aus einem über sich selbst beruhigten Menschen einen durch das Gefühl seines Elends zerknirschten Sünder, einen Menschen, welcher aus seinem eitlen Wandel endlich erwacht und ausruft: Was soll ich tun, damit ich selig werde? Der heilige Geist allein kann das tun? Wenn diese erste Tatsache noch nicht in euch vorgegangen ist, so habt ihr noch keine Pfingsten. Es ist von den zwei Tausend, welche der Kirche am Tage der apostolischen Pfingsten beigefügt wurden, gesagt worden: Da sie aber das hörten, ging es ihnen durchs Herz und sprachen zu Petro und den andern Aposteln: Ihr Männer, liebe Brüder, was sollen wir tun?
Hier kommt die Strafe der Sünde hervor. Ein Herz rühren, ein Gewissen aufschließen, Liebe zu dem, was droben ist, geben einem Menschen, der sich bis dahin nie um das Himmlische bekümmert hat: davon handelt es sich und das geschieht, wenn der heilige Geist sein Werk beginnt. Finde mir einen menschlichen Prediger, einen goldenen Mund, wenn du willst, der aber nur ein menschlicher Mund sei; was wird geschehen. Er wird seine Zuhörer mit sich fortreißen, Tränen entlocken, die phlegmatischen Naturen selbst in Aufregung bringen; aber er wird keinen um der Sünde strafen, und das doch ist der Hauptpunkt. Man wird beim Herausgehen aus der Kirche sagen: Welches Talent! Welches Meisterwerk! Aber dass es Einem durchs Herz ginge, dass Einer den Willen änderte, dass Einer Kraft zu einer neuen Liebe empfinge, nichts von dem Allen. Der heilige Geist hat eine andere Beredsamkeit. Er wendet keine volltönende Perioden, keine Blumen, keine Bilder an; er hat etwas ganz anderes. Er ist ein Schwert, das eindringt, und das man nicht wieder herausbringt. Es ist eine Erschütterung, die ein neues Dasein beginnt, welche die Illusionen verscheucht, die falschen Stützen fällt, und den redlichsten Menschen in eine hangende Wand und zerrissene Mauer verwandelt. Nicht Worte bewirken dieses; die Worte des Petrus, welche 3000 bekehrten, waren sehr einfach. Die Macht des heilige Geistes besteht in einer Bezeugung der Kraft; da gibt es keine irgend mögliche Entschuldigung mehr, keine Ausflüchte, keinen Aufschub vorzuschlagen; man ist besiegt; das Wort Gottes dringt durch, bis dass es scheidet Seele und Geist, auch Mark und Bein, und ist ein Richter der Gedanken und Sinne des Herzens. Zu solchem Werke magst du zu Hilfe rufen alle menschlichen Mittel; es wird vergebliche Mühe sein; man braucht ein Pfingsten dazu. Den Unglauben bringt der heilige Geist zum Vorschein, wenn er um der Sünde willen straft: weil sie nicht an mich geglaubt haben, sagt Jesus Christus. Der Unglaube kommt plötzlich aus seinem Versteck hervor. Man erkennt, dass man aus Jesu ein „Nichts“ gemacht hat. Man hat ohne ihn in der Welt gelebt. Man hatte sich ihm mit dem Munde genähert, man hatte ihn mit den Lippen geehrt, aber das Herz war ferne von ihm. Der wahre Glaube ist auch eine Macht, eine drängende Liebe, ein Losmachen vom Ich und ein Anklammern an Christum. Aber nirgends ist dieser Glaube in dem natürlichen Leben zu finden; über diesen Unglauben öffnet der heilige Geist die Augen. Je mehr man diesen Unglauben ansieht, desto allgemeiner und ungeheurer erscheint er. Dem Namen nach gläubig, der Tat nach ungläubig - so ist man gewesen: man hatte den Namen, dass man lebt, aber man war tot. Vielleicht hatte man die Bibel gelesen, aber maschinenmäßig, ohne Resultat. Mit verschlossenen Augen und Herzen hat man nicht die himmlische Gabe genossen, noch die Kraft der zukünftigen Welt. Man ging über von Seite zu Seite, ohne auszuruhen auf grünen Auen und ohne an stille Wasser geführt worden zu sein. Alles dieses wird aufgedeckt, wenn der heilige Geist mit seinem Lichte kommt. Jede Entdeckung ist ein nagender Wurm. Man wird geplagt von Erinnerungen, die man nicht auslöschen kann; geplagt von einem Stand der Dinge, den man nicht ändern kann, gekettet an Bande, die man nicht brechen kann. Glücklicherweise will der, der die Wunde schlägt, sie auch heilen. Der heilige Geist verfolgt sein Werk; nachdem er um die Sünde gestraft hat, straft er auch um die Gerechtigkeit.
2) „zu strafen um die Gerechtigkeit“ ist das andere Kennzeichen des heiligen Geistes. Was ihr Gerechtigkeit nennt, ist nicht die Gerechtigkeit des heiligen Geistes. Eure irrige Ansicht vertauscht der heilige Geist gegen eine andere, von der er allein Zeugnis gibt. Was nennt man Gerechtigkeit in der Welt? Rechtschaffenheit, Arbeitsamkeit, ein untadelhaftes moralisches Wesen. Das ist es nicht, sagt der heilige Geist. Nimm einen Menschen, den der heilige Geist um der Sünde willen gestraft hat, dem wird diese Gerechtigkeit erscheinen wie ein beflecktes Kleid. Sie genügt einem vom Gewissen gequälten Menschen nicht mehr. Wohl mag er vor sich die Liste seiner Werke, seiner Tugenden, seiner liebenswürdigen Eigenschaften aufrollen, seine Seele bleibt leer, sie geht schwanger mit Unglück und gebiert Mühe. Es kommt in dieser Gerechtigkeit der Werke allerlei Betrug vor; in dieser täglichen Arbeit tausenderlei Untreue; in diesem moralischen Leben kranke und unheilbare Neigungen. Gott sieht das Herz an und sucht eine wahrhaftige Gerechtigkeit und Heiligkeit. Derselbe Mensch wird tausend Punkte prüfen und wird nicht auf einen Gott antworten können. Das sind Basilisken-Eier, die man brütet, und Spinngewebe, welche man gewirkt hat; isst man von diesen Eiern, so muss man sterben; zertritt man sie, so muss eine Otter heraus. Ihr Spinngewebe taugt nicht zu Kleidern, und ihr Gewirke taugt nicht zur Decken. Man braucht einen andern Mantel der Gerechtigkeit, oder das Gewissen wird nicht beruhigt. Und wie man sich zu einem neuen Grad von Gerechtigkeit erhebt, werden neue Ungerechtigkeiten zum Vorschein kommen. Ihr verbindet oberflächlich eine Wunde und zwei schwere gehen dafür auf. Reinheit des Herzens und Heiligkeit des Lebens, das ist die Gerechtigkeit des heiligen Geistes. Diese Überzeugung erfüllt euer Herz, wenn er selbst euch überführt hat.
Und diese Gerechtigkeit zeigt er euch verwirklicht in Jesu Christo. Wer will ihn strafen um die Sünde? Erforscht sein Herz, prüft sein Leben - Alles ist gerecht, rein, vollkommen. Er ist der Mensch, wie er sein soll und so wie Gott will, dass er sei. Aber sieh das Wunder, das der heilige Geist selbst vollbringt! Er nimmt diese Gerechtigkeit und eignet sie deiner eigenen Person an, als ob Jesus Christus du wäre, und du Jesus Christus. Also wird Jesus Christus euch von Gott zur Gerechtigkeit gemacht durch ein Wunder des heiligen Geistes. Nachdem du ins Unendliche eine trügerische Gerechtigkeit verfolgt hast, überkommst du eine unendliche, freie Gerechtigkeit, welche dir durch den heiligen Geist offenbart ist. Dasselbe Zeugnis, das dir für die Sünde gegeben wurde, wird dir nun für die Gerechtigkeit gegeben; du siehst sie deutlich in Christo. Abermals ein Werk über Menschen-Kräfte: Jemanden aus sich heraus und in einen Anderen eingehen zu lassen und zu sprechen: Deine wahre Person bist nicht du, deine wahre Gerechtigkeit ist die Gerechtigkeit eines Andern. Solche Rede an einen gewöhnlichen Menschen gerichtet, wird ihn glauben machen, du habest den Verstand verloren; der Kopf wird ihm darüber schwindeln. Nur der heilige Geist kann sie verständlich machen und diese Gerechtigkeit zueignen. Der Mensch zeigt sie auch in Worten, aber der heilige Geist allein eignet euch die Kraft zu. Er straft um die Gerechtigkeit, sagt Jesus, weil ich zum Vater gehe und ihr mich nicht mehr sehen werdet.
Der sichtbare Jesus muss verschwinden, damit die Überzeugung dieser Gerechtigkeit über euch komme. Sie überkommt euch durch den Glauben, und der Glaube ist nicht Sache des Schauens; er ist eine gewisse Zuversicht des, das man hofft, und nicht zweifelt an dem, das man nicht sieht. Um die Person Jesu Christi mit der unsrigen und seine Gerechtigkeit mit unserem Mangel an Gerechtigkeit zu verbinden, entzieht uns der heilige Geist den leiblichen Christus und gibt uns dafür den geistlichen. Im Gebet und in den Glaubenskämpfen kommt uns dieser Jesus Christus zu. Das Gebet befestigt in uns die Überzeugung, dass Jesus unsere Gerechtigkeit ist, und an dem bösen Tage wird diese Gerechtigkeit unser Harnisch. Wer im Finstern wandelt und kein Licht sieht, wird sich, wenn die Hilfsmittel der Welt und seine eigenen ihm entfliehen, in dem Herrn freuen, und in seinem Gott fröhlich sein. Die Freude im heilige Geist kommt plötzlich und straft um die Gerechtigkeit. Das sind die feierlichen Stunden, in denen man sagen kann: Er hat mich angezogen mit Kleidern des Heils und mit dem Rock der Gerechtigkeit gekleidet; wie einen Bräutigam mit priesterlichem Schmuck geziert, und wie eine Braut in ihrem Geschmeide sich gebärdet. Diese Überzeugung hat Märtyrer geschaffen, hat die Reformation des 16. Jahrhunderts geschaffen und hält allein aufrecht in der letzten Stunde. Sie ist demnach mehr, als nur eine religiöse Ansicht, sie ist eine Kraft des heilige Geistes.
3) Derselbe Geist straft auch um das Gericht. Drittes und letztes Kennzeichen, welches uns Jesus angibt. Beweise einem gewöhnlichen Menschen, dass seine Sünde das Gericht nach sich ziehe; diese Worte prallen wie an einem Felsen zurück. Auf seine scheinbare Ruhe gegründet, glaubt der Weltmann nicht an ein Gericht. Er hat weder Furcht vor diesem, noch vor dem andern Leben; sobald der heilige Geist einzieht, wird Alles anders. Diese Fühllosigkeit macht einer ganz neuen Überzeugung Play. Das Gewissen ist erwacht. Die Gerichte über die Sünde kündigen sich, eines nach dem andern, an; die Hölle fängt an zu brennen. Nicht das Schwert des bürgerlichen Gesetzes, sondern des heilige Geistes übt sein Richteramt. Man hat Vatermörder ruhig aufs Schafott steigen sehen; man hat Tugendhelden in den Qualen gesehen, so gefasst wie solche Vatermörder. Ist aber ein Gewissen aufgeschreckt, wer kann da trösten? Gleichwie man einem zum Tode Verurteilten all' seine Verbrechen und Sünden vorzählen kann, ohne dass seine Züge den Ausdruck verändern, oder seine Seele erregt werde: ebenso kann man einen vom heilige Geist Verurteilten die Tugenden eines ganzen Lebens vorhalten, ohne dass dieser Unglückliche den Frieden findet. Der heilige Geist hat ihn um das Gericht gestraft. Aber nicht davon handelt es sich in diesem Augenblick. Nicht von den Gerichten, die in das Gewissen einbrechen; Jesus Christus will von etwas Anderem sprechen. Diese Gerichte gehören noch zur Strafe der Sünde, und darauf kommt Jesus nicht mehr zurück. Er zeigt uns ein zerschlagenes Gewissen, welches aber plötzlich sein Gericht anderswo ausgeführt sieht. Es ist ein armer Sünder, der sein Urteil vernommen, und den der heilige Geist überzeugt: Dein Gericht ist über Golgatha hereingebrochen; du bist aus Gnaden selig; Alles ist vollbracht. Dies trifft ein, wenn unter dem Kreuze Jesu Christi und durch ein Wunder des heilige Geistes ein Sünder glauben kann: Mein Gericht ist auf einen Andern gefallen, ich sehe eine Züchtigung, die mir Friede bringt. Da macht sich die Überzeugung: Christus hat mich erlöst von dem Fluche des Gesetzes, da er ward ein Fluch für mich. Er ist um unserer Missetat willen verwundet und um unserer Sünde willen zerschlagen. Wer will verdammen? Christus ist hier, der gestorben ist und für mich gerichtet wurde. Noch eine weitere Klarheit gibt der heilige Geist, und nur Er allein.
Er straft um das Gericht, weil der Fürst dieser Welt schon gerichtet ist. Der Verurteilte, welchen der heilige Geist losspricht, sieht plötzlich den Satan vom Himmel fallen wie einen Blitz, für immer entwaffnet. Dieser brüllende Löwe ist an einer Kette und von einer tödlichen Wunde getroffen. Seine finstern Scharen sind zum Schauspiel geworden. Christus hat am Kreuze über sie triumphiert. Die Gerichte des Gewissens waren nur ein falscher Lärm; Alles ist bezahlt, gerichtet auf Golgatha; an dieser Stätte fallen die Gerichte nicht mehr auf die geängstete Seele des Sünders. Aber beseitige du die Angst, wenn sie kommt; nicht du wirst diesen Wurm töten, dieses Feuer löschen; der heilige Geist allein straft um das Gericht, weil der Fürst dieser Welt schon gerichtet ist.
Wir verstehen, so hoffe ich, dass wir von dem Pfingsten des heilige Geistes sprechen. An diesen drei Wirkungen erkennst du die übernatürliche Kraft des heilige Geistes Gottes. Und wenn derselbe kommt, der wird die Welt strafen um die Sünde und um die Gerechtigkeit und um das Gericht. Um die Sünde, dass sie nicht glauben an mich. Um die Gerechtigkeit aber, dass ich zum Vater gehe; um das Gericht, dass der Fürst dieser Welt gerichtet ist.
Nun bleibt dir nur noch übrig, die Erfahrung davon zu machen. Du hast den Begriff der Sache, den Verstandesbeweis; lass den heilige Geist machen, er wird mehr tun. Die Erleuchtungen des heilige Geistes sind göttliche Kräfte. Er ist eine Leuchte unserm Fuß und ein Licht auf unserm Wege; ein Tröster, der mit uns geht, und immer bei uns bleibt. Wenn die Klarheit seines Angesichts über dir ist, so wirkt dieses Licht auch eine Befreiung. Wenn sich schon ein Heer wider dich legt, so fürchtet sich dennoch dein Herz nicht. Wenn sich Krieg wider dich erhebt, so verlasse dich auf Ihn. Der Geist der Welt ist der Geist der Finsternis. Aus diesem Geist kommt die babylonische Verwirrung. Der heilige Geist ist Licht und Klarheit; er vereinigt alle Sprachen in eine einzige; er macht sich Allen verständlich; wer aus der Wahrheit ist, hört seine Stimme. Und diese Klarheit von Oben bewirkt auch Ruhe der Seele. Geh' zu den Weisen und Verständigen, lies ihre Bücher; man meint, sie fürchten, verstanden zu werden. Da sind Systeme, die verwirren, Worte, die leer lassen. Du bist auf halbem Wege schon müde; das ist ein dürres Erdreich, da kein Wasser ist. Wende dich dagegen zum heilige Geist und zum Evangelium, das er eingegeben hat. Er öffnet die Wasserflüsse auf den Höhen und Brunnen mitten auf den Feldern; er will die Wüste zu Wasserseen machen und das dürre Land zu Wasserquellen. Bei ihm ist Klarheit, Erquickung, ewiges Leben. An ihm ist es, uns ein feuriges Pfingsten zu bereiten, das uns brünstigen Geistes macht und in neue Kreaturen verwandelt. Möchtet ihr ein anderes? So ihr das Wahre wollet, bittet darum für euch und für Andere. Bringt euren dürren Geist zur Quelle des lebendigen Wassers; entfaltet da alles Elend, das eure und das der siechenden Welt; der heilige Geist wird euch nicht mangeln lassen. Er wird euch strafen, indem er euch alle seine Gaben gibt und vermehrt; du wirst satt werden von dem Fett seines Hauses und getränkt werden von seinem Freudenstrom.